Der Schlangenbader Tunnel – einst verlässliche Verkehrsader – ist dicht. Wann er wieder öffnet? Niemand weiß es genau. Der Weg Richtung Stadtautobahn ist für Anwohner und Autofahrer seit Jahren nunmehr ein Spießrutenlauf.
Funktionierende Infrastruktur? Ach, das war gestern. Heute gilt: Brücken abreißen, Pfeiler stehen lassen, Urban Art fördern und Aufenthaltsqualität deklarieren – Hauptsache, man kann irgendwas vorzeigen. Die Logik der Planung: Je abstruser die Maßnahme, desto größer der Fortschrittsschein.
Praktische Stadtplanung? Fehlanzeige. Klug, zukunftsweisend und alltagsnah – das wäre, den Verkehr zu lenken, bevor er vor der Autobahn kollabiert. Aber nein: Wer funktionierende Straßen kennt, weiß, dass Berlin lieber Visionen übt, während die Realität im Stau sitzt.
Infrastruktur zerstören, um Platz für urbane Kreativität zu schaffen – clever, nur dass sich niemand fragt, wer eigentlich noch durchkommt.
Am Ende bleibt die Moral glasklar: Man kann Brücken abreißen, Pfeiler stehen lassen, Kunst fördern und Aufenthaltsqualität deklarieren – aber den Verkehr? Den lässt man einfach im Stau. Willkommen in Berlin: Hier wird alles geplant, nur nicht der Alltag.

