Valentinstag – der Tag der großen Gefühle.
Und in Berlin? Der Tag der kleinen Enttäuschungen. Warum? Die Politik diskutiert mal wieder über eine Magnetschwebebahn. Ja, genau: eine Bahn, die schwebt, aber keine Herzen berührt. Und den Schuldenberg der Stadt noch höher wachsen ließe.
Wenn die Magnetschwebebahn eine Beziehung wäre, stünde sie für alles, was man am Valentinstag NICHT will: Abstand, Unverbindlichkeit, kalte Technik statt Kuscheln. Technisch beeindruckend, emotional ungefähr so nützlich wie ein Eis am Stiel bei Minusgraden.
Aber Berliner lieben Bodenkontakt. Jedes Ruckeln in Bus und Bahn ist ehrlich. Kommen sie mal wieder zu spät, nervt es. Sind sie mal wieder überfüllt, ist es unbequem – aber man kann sich drauf verlassen. Wie eine lange Beziehung, die immer verlässlich da ist.
Und dann soll da plötzlich etwas über der Stadt schweben? Berührungslos, kontaktlos, wie ein Date, das sagt: „Sorry, ich bin gerade nicht bereit für was Festes.“ Anziehen oder Abstoßen – das war’s. Kein Dazwischen. Kein „Lass uns doch mal probieren“. Einfach „Tschüss“, nach dem Motto „Abstand ist Fortschritt“.
Nein! Berlin braucht Nähe, Reibung, Busfahrten, die einen fluchen und trotzdem durchhalten lassen.
Am Valentinstag gilt das besonders: Bodenhaftung statt Luftschlösser. Nähe statt Schweben. Arm, aber ehrlich. Sexy? Vielleicht irgendwann. Abgehoben? Auf keinen Fall!

